Schmerzgrenze
#1
Hallo ihr Lieben

Ich bin wieder in ein neues Buch eingestiegen, das sich auch anteilsmässig in unserem Themenkreis bewegt.

Schmerzgrenze - Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt von Joachim Bauer

Der Autor ist Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut und befasst sich mit der Erforschung vom Entstehen von Aggression; wie sich Aggression im Hirn manifestiert und welch vielschichtige Ursachen Aggression haben kann.

Besonders eindrücklich fand ich bisher seine Erläuterung, warum wir Menschen auf soziale Gewalt in Form von Ausgrenzung, Ablehnung, Verachtung aggresiver reagieren, als wenn wir z.B. körperlichen Schmerz erdulden müssen. Er erklärt, dass evolutionsgeschichtlich eine Situation, in der wir von unseren Mitmenschen vom Sozialleben ausgeschlossen wurden, wesentlich lebensbedrohlicher war als körperlich verletzt zu werden. Hätten wir den sozialen Rückhalt in der Gemeinschaft verloren, wäre es unser sicheres Todesurteil gewesen. Dieses Wissen ist uns als soziale Wesen tief einprogrammiert, weswegen wir auf derartige Bedrohungen auf die Mittel Angst und Angriff zurückgreifen.
Er schreibt, dass Aggression, nicht wie es oft dargestellt wird, ein Urtrieb sondern ein rein reaktives System darstellt - Aggression mit all seinen daraus folgenden Entwicklungen stellt die Endstufe einer Schmerzreaktion dar - uns Schmerz ist weit mehr als das, was wir physisch als Schmerz erleben können - er beinhaltet ebenso psychische und sozialen Schmerz.
Ich bin nicht da, bin mich suchen gegangen; wenn ich wieder da bin, bevor ich zurück komme, sagt mir, ich soll auf mich warten.
Natürlich rede ich mit mir selbst! Wir mögen uns! Wir sind zusammen aufgewachsen!
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#2
Das klingt sehr interessant, ssri. Danke dafür. :)

Ich habe von Joachim Bauer sein bisher wohl bekanntestes Grundlagenwerk gelesen: Warum ich fühle, was du fühlst. Es geht um die Spiegelneuronen, wissenschaftlich fundiert und trotzdem allgemein verständlich geschrieben.
Be Yourself. Everyone else is already taken. (Oscar Wilde)

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